Lymphoma Net - Home

unterstützt Menschen mit Non-Hodgkin-Lymphom

 
Mail a friend Print this page
 Home >> Wie wird das Non-Hodgkin-Lymphom behandelt? >>Chemotherapie
  Home
  Was ist das Non-Hodgkin-Lymphom?
  Klinikbesuch
  Wie wird das Non-Hodgkin-Lymphom behandelt?
 
Behandlung des neu diagnostizierten Non-Hodgkin-Lymphoms
Behandlung des Rezidivs der Erkrankung
Chemotherapie
Monoklonale Antik�rpertherapie
Strahlentherapie
Beobachtendes Abwarten
Stammzelltransplantation
Operation
Experimentelle Therapien
Symptombehandlung

  Leben mit dem Non-Hodgkin-Lymphom



  Suche
  Glossar
  Andere Sprachen
  Webmasters
  Redaktion/Schriftleitung
  Hilfe
  Kontakt
  Sitemap
  News (auf Englisch)
  Newsletter (auf Englisch)

 
 Chemotherapie
< Zur�ck   Weiter >

    Hauptpunkte


  • Es gibt viele Arten der Chemotherapie f�r das Non-Hodgkin-Lymphom, die in verschiedenen Kombinationen verabreicht werden
  • Die Chemotherapie kann in Kombination mit einer monoklonalen Antik�rpertherapie, Radiotherapie oder Corticosteroiden eingesetzt werden
  • Sie wird in Zyklen �ber mehrere Monate mit Pausen zwischen den einzelnen Behandlungen verabreicht, und zwar normalerweise in der Ambulanz
  • Nicht bei allen Patienten kommt es zu Nebenwirkungen. Wenn sie jedoch auftreten, k�nnen sie relativ mild sein und sind h�ufig gut behandelbar

Einleitung

Die meisten Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom erhalten irgendwann w�hrend ihrer Behandlung eine Chemotherapie. Chemotherapeutika werden auch als �zytotoxische� (f�r Zellen toxische oder giftige) Pr�parate oder als Zytostatika (die Zellteilung hemmende Pr�parate) bezeichnet und wirken gezielt gegen alle Zellen, die sich schnell teilen. Sie sollen alle Lymphomzellen im ganzen K�rper sch�digen und abt�ten.

Es gibt viele unterschiedliche Arten von Chemotherapiemedikamenten, aber alle greifen die Krebszellen an. Klicken Sie das Bild an, um eine animierte Erkl�rung zu sehen, wie die Chemotherapie funktioniert.
How chemotherapy works

Arten der Chemotherapie

Es gibt viele verschiedene Chemotherapeutika. Welches Chemotherapie-Programm (Chemotherapie-Schema) f�r Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom verwendet wird, h�ngt von vielen Faktoren ab, wie z.B.:

  • Vom Typ des Non-Hodgkin-Lympoms, ob es indolent oder aggressiv, ist und in welchem Stadium es ist
  • Ob das Lymphom erst vor kurzem diagnostiziert wurde und zum ersten Mal behandelt wird oder ob es sich bereits um ein Rezidiv nach einer remission handelt, die durch eine fr�here Behandlung erreicht wurde
  • Welche Symptome der Patient aufgrund des Lymphoms hat
  • Vom Alter und eventuellen sonstigen gesundheitlichen Problemen des Patienten

Einige Chemotherapie-Programme beinhalten nur ein Medikament, andere eine Kombination von Medikamenten, die zusammen verabreicht werden. H�ufig erfolgt die Behandlung in mehreren Zyklen � zum Beispiel als 1-w�chige Behandlung, gefolgt von 3 Wochen ohne Behandlung, dann eine weitere Woche mit Behandlung und so weiter. Eine komplette Chemotherapie dauert meist mehrere Monate.

Eines der am h�ufigsten verabreichten Chemotherapeutika ist Chlorambucil, das in Form von Tabletten eingenommen werden kann. Es wird normalerweise nicht mit anderen Chemotherapeutika kombiniert. Jede Lymphom-Ambulanz verwendet zwar ihr eigenes bew�hrtes Schema, doch h�ufig wird Chlorambucil in Zyklen verabreicht mit 2-w�chiger Behandlung, gefolgt von 2 Wochen ohne Behandlung, dann wieder eine 2-w�chige Behandlung, und so weiter.

Kombinationen von Chemotherapeutika werden allgemein unter Verwendung der Initialen der einzelnen Medikamente abgek�rzt. Zwei der gebr�uchlichsten Kombinationen sind �CHOP� und �CVP�, die oft auch als �COP� bezeichnet wird. �CHOP� ist eine Kombination aus drei Chemotherapeutika plus Prednisolon und steht f�r:

  • Cyclophosphamid
  • Hydroxydaunorubicin (wird auch als Adriamycin oder Doxorubicin bezeichnet)
  • Oncovin (ein Markenname f�r Vincristin)
  • Prednisolon oder Prednison

�CVP� bzw. �COP� besteht nur aus Cyclophosphamid, Vincristin (Oncovin) und Prednisolon.

Patienten mit schweren Symptomen k�nnen auch mit Steroiden, in der Regel Prednisolon behandelt werden, um die Symptome rasch unter Kontrolle zu bringen. Diese Behandlung kann kurzfristig sehr wirksam sein, ist jedoch nicht als Langzeitbehandlung geeignet. Prednisolon und die anderen Corticosteroide unterscheiden sich vollkommen von den Steroiden, die im Sport verboten sind.

     

Wirkungsweise

Es gibt viele verschiedene Arten von Chemotherapeutika, die Krebszellen auf unterschiedliche Art und Weise bek�mpfen. Die Wirkungsweise aller Medikamente, die zur Behandlung des Non-Hodgkin-Lymphoms verabreicht werden, beruht jedoch darauf, dass Krebszellen sich weitaus h�ufiger teilen als gesunde K�rperzellen.

Die �berwiegende Mehrzahl aller K�rperzellen befinden sich die meiste Zeit �ber in einer Art Ruhezustand und teilen sich nur, wenn gesch�digte Zellen ersetzt werden m�ssen. Krebszellen hingegen teilen sich st�ndig, was einer der Gr�nde ist, warum sie so viel Schaden anrichten. Chemotherapeutika nutzen diesen Unterschied und greifen die Tumorzellen an, wenn sie sich teilen.

Einige Pr�parate interagieren mit Rezeptoren auf der Oberfl�che der Zellen, w�hrend andere die normale Funktion der DNA, st�ren und die Zellen dadurch an der Teilung hindern. H�ufig werden Kombinationen von Chemotherapeutika verabreicht, die in verschiedene Stadien des Zellteilungsvorgangs eingreifen, damit so viele Krebszellen wie m�glich abget�tet werden.

Diese Wirkungsmechanismen erkl�ren allerdings auch die Nebenwirkungen der Medikamente. Weil die Chemotherapie eine �systemische� Behandlung ist, die im ganzen K�rper wirkt, greifen die Medikamente auch die gesunden K�rperzellen an, die sich h�ufig teilen. Hierzu z�hlen die Zellen der Haut, der Darmschleimhaut und die Haare.(Siehe Nebenwirkungen, weiter unten.)

     

Verabreichung der Chemotherapie

Einige Chemotherapeutika werden als Tabletten eingenommen. Andere m�ssen direkt in das Blut (�intraven�s�) verabreicht werden, und zwar �ber eine durch die Haut in eine Armvene eingef�hrte Nadel oder einen Katheter oder mitunter auch �ber einen zentralven�sen Katheter. Ein zentralven�ser Katheter ist ein l�ngere Zeit liegen bleibender Katheter, der normalerweise in eine der beiden Venen im oberen Bereich des Brustkorbs eingef�hrt wird. Der Vorteil eines zentralven�sen Zugangs besteht darin, dass nicht jedes Mal, wenn die Chemotherapie verabreicht wird, eine neue Nadel eingestochen werden muss. Au�erdem kann der zentralven�se Zugang auch verwendet werden, um Blutproben zu entnehmen.

Einige intraven�se Chemotherapeutika k�nnen direkt aus der Spritze in die Vene injiziert werden, die meisten anderen werden jedoch als �Tropf� verabreicht, d.h. das Pr�parat wird zuerst in einen Beutel mit einer Fl�ssigkeit injiziert, und diese Fl�ssigkeit l�sst man dann langsam allein mit Hilfe der Schwerkraft in die Vene tropfen.

Viele Kombinationstherapien beinhalten sowohl Tabletten als auch intraven�se Pr�parate.

Die Behandlung wird �blicherweise in einzelnen Zyklen verabreicht. Diese k�nnen zwar von einer Lymphom-Ambulanz zur anderen sehr verschieden sein, doch der Zeitraum zwischen den einzelnen Zyklen betr�gt gew�hnlich 3 Wochen, wobei die Steroide nach Verabreichung der Chemotherapie �ber f�nf Tage eingenommen werden. Eine komplette Chemotherapie dauert in der Regel einige Monate, die genaue Dauer h�ngt jedoch von vielen Faktoren ab und ist von Patient zu Patient verschieden.

Die meisten Chemotherapeutika k�nnen in einer Ambulanz verabreicht werden, und der Patient kann noch am selben Tag wieder nach Hause. Manchmal ist jedoch ein kurzer Krankenhausaufenthalt erforderlich.

Die Chemotherapie kann mit Behandlungen wie der Radiotherapie oder der monoklonalen Antik�rpertherapie kombiniert werden.

     
Oft haben die Menschen Angst vor den Nebenwirkungen der Chemotherapie, man muss aber auch auf jeden Fall wissen, dass nicht alle Patienten Nebenwirkungen zeigen.
Monoclonal antibody in combination with chemotherapy

Nebenwirkungen

Viele Patienten f�rchten die Nebenwirkungen der Chemotherapie sehr. Es gilt jedoch Folgendes zu bedenken:

  • Nicht bei allen Patienten kommt es zu Nebenwirkungen
  • Unterschiedliche Medikamente k�nnen unterschiedliche Nebenwirkungen haben
  • Wenn Nebenwirkungen auftreten, k�nnen sie auch nur leicht ausgepr�gt sein
  • Viele Nebenwirkungen lassen sich vermeiden oder ertr�glicher machen

Viele Nebenwirkungen werden durch die Wirkungen der Chemotherapie auf gesunde Zellen des K�rpers verursacht. Weil die Chemotherapie in das Wachstum und die Teilung der Zellen, vor allem der sich schnell teilenden Zellen, eingreift, sind die am st�rksten betroffenen K�rperregionen diejenigen, in denen sich die gesunden Zellen am schnellsten teilen:

  • Die Schleimhaut des Verdauungssystems, d.h. Mund, Speiser�hre (��sophagus�), Magen und Darm � hier k�nnen Nebenwirkungen wie Entz�ndungen der Mundschleimhaut, Halsentz�ndungen, Durchfall oder Verstopfung hervorgerufen werden
  • Haut und Haare � das Haar kann sch�tter werden oder ausfallen, was meist langsam verl�uft und etwa 2 bis 3 Wochen nach Beginn der Chemotherapie einsetzt. Nach Ende der Chemotherapie w�chst das Haar wieder, und zwar genauso schnell wie vor der Chemotherapie. Die meisten Patienten haben nach 6 Monaten wieder ihr normales Haar. Mitunter ist das Haar weicher und lockiger als fr�her und hat vielleicht nicht mehr genau dieselbe Farbe wie zuvor. Allerdings verursachen nicht alle Chemotherapeutika einen Haarausfall
  • Das Knochenmark, wo die Blutzellen gebildet werden � die Zahl der Zellen im Blut kann sich verringern, sodass es leichter zu Blutungen oder Bluterg�ssen kommen kann und die Patienten anf�lliger f�r Infektionen werden. Die Patienten sollten jede ungew�hnliche Blutung, Bluterg�sse oder Symptome von Infektionen oder Fieber w�hrend der Chemotherapie dem Behandlungsteam berichten. Mit regelm��igen Bluttests w�hrend der Chemotherapie wird kontrolliert, ob die Zahl der Blutzellen auf zu niedrige Werte f�llt. Wenn dies der Fall ist, k�nnen die n�chsten Chemotherapie-Sitzungen aufgeschoben oder die Dosis gesenkt werden, damit sich das Knochenmark wieder erholen kann

�belkeit und Erbrechen sind ebenfalls weit verbreitete Nebenwirkungen der Chemotherapie. Da die Nebenwirkungen stark von den verwendeten Chemotherapeutika und vom jeweiligen Patienten abh�ngen, ist es nicht m�glich, vorherzusagen, wer in welcher Weise betroffen sein wird. Einige Patienten leiden �berhaupt nicht darunter. Die Nebenwirkungen setzen meist einige Minuten bis Stunden nach Verabreichung der Chemotherapie ein. Sie k�nnen einige Stunden oder auch Tage anhalten � dies ist bei jedem verschieden. In j�ngster Zeit sind unterst�tzende Medikamente, die die �belkeit bei den Patienten praktisch ausschalten k�nnen, eingef�hrt worden.

Appetitlosigkeit, h�ufig in Verbindung mit Geschmacksst�rungen, ist eine sehr verbreitete Nebenwirkung der Chemotherapie. Bei vielen Patienten kommt es w�hrend der Chemotherapie auch zu einem allgemeinen Gef�hl der M�digkeit und Teilnahmslosigkeit. Einige stellen auch fest, dass sie reizbarer als sonst sind.

Eine weitere potenzielle Nebenwirkung ist darauf zur�ckzuf�hren, dass absterbende Zellen im K�rper abgebaut werden. Einer der biochemischen Stoffe, die dabei gebildet werden, ist die Harns�ure. Normalerweise l�st sich die Harns�ure im Urin und wird auf diese Weise aus dem K�rper ausgeschieden.

Bei Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, sterben jedoch sehr viel mehr Zellen als normal ab. Dadurch wird mehr Harns�ure gebildet, als die Niere ausscheiden kann. Die �bersch�ssige Harns�ure kann sich im Blut ansammeln und kristallisiert in den Nieren in Form von Harnsteinen sowie in den Gelenken und verursacht dadurch eine Art Arthritis. Unbehandelt kann dies schwere Folgen haben und sogar zum Nierenversagen f�hren.

Das Medikament Allopurinol kann zu Beginn einer Chemotherapie in Form von Tabletten oder als intraven�se Injektion gegeben werden, um der Bildung von Harns�ure entgegenzuwirken. Dadurch bleiben die Zellabbauprodukte in l�slicherer Form und k�nnen einfacher und schadlos im Urin aus dem K�rper ausgewaschen werden. Das Medikament hat wenige Nebenwirkungen, abgesehen von gelegentlichen allergischen Reaktionen, meist Hautausschl�gen.

Alle diese Nebenwirkungen sind normalerweise vor�bergehend und klingen nach Abschluss der Chemotherapie wieder ab.

Einige Chemotherapeutika haben Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit. Bei Frauen kann z.B. die Monatsblutung unregelm��ig werden oder ganz ausbleiben, w�hrend bei M�nnern die Spermienanzahl abnehmen kann. Diese Wirkungen sind zwar h�ufig nur vor�bergehend, doch einige Behandlungen k�nnen zu bleibender Unfruchtbarkeit f�hren. Wenn diese M�glichkeit besteht, sollten Arzt und Patient vor der Behandlung dar�ber sprechen. M�nnern kann in einigen F�llen die Konservierung ihres Spermas in einer Samenbank angeboten werden.

Zu den m�glichen bleibenden Nebenwirkungen z�hlen auch Langzeitwirkungen auf Herz und Sinnesnerven sowie ein erh�htes Risiko f�r die Entwicklung einer weiteren Krebserkrankung im sp�teren Leben. In allen diesen F�llen m�ssen die Langzeitrisiken gegen den wahrscheinlichen Nutzen der Behandlung abgewogen werden. Der Patient und der Arzt sollten vor der Behandlung �ber diese Fragen sprechen.

     

Bew�ltigung der Chemotherapie

Es kann einiges unternommen werden, um die meisten potenziellen Nebenwirkungen der Chemotherapie zu verhindern oder ertr�glicher zu machen, wie z.B.:

  • Mund- oder Halsentz�ndung: warme Mundsp�lungen mit Natriumbikarbonat helfen oft. Die Z�hne sollten nach jeder Mahlzeit sanft geputzt werden, um Infektionen vorzubeugen. Unter Umst�nden kann es angenehmer sein, ein Gebiss m�glichst lange nicht zu tragen.
  • �belkeit und Erbrechen: moderne Medikamente gegen �belkeit und Erbrechen (Antiemetika) sind sehr wirksam. Sie k�nnen zusammen mit der Chemotherapie intraven�s gegeben und anschlie�end auch als Tabletten eingenommen werden. Antiemetika sind besser daf�r geeignet, �belkeit und Erbrechen vorzubeugen als es zu behandeln. Deshalb empfiehlt es sich, die Mittel regelm��ig wie vom Arzt verordnet einzunehmen, auch wenn keine �belkeit und kein Erbrechen vorliegen. Es gibt viele verschiedene Antiemetika, und einzelne Pr�parate k�nnen bei manchen Patienten besser als bei anderen wirken. Wenn also ein Mittel nicht zu wirken scheint, lohnt es sich durchaus, ein anderes auszuprobieren.
  • Appetitlosigkeit: kann durch �belkeit bedingt sein, aber auch durch Geschmacksst�rungen w�hrend der Chemotherapie. Es ist meist hilfreich, �fter kleinere Mahlzeiten zu essen, nach M�glichkeit selbst keine Mahlzeiten zuzubereiten, eher kalt als warm zu essen und starke Essensger�che zu meiden. Es ist sehr wichtig, ausreichende Mengen zu trinken, auch wenn der Patient keinen Appetit versp�rt.
  • M�digkeit und Lethargie: es kann notwendig sein, sich arbeitsfrei zu nehmen und den Tagesrhythmus umzustellen. Manche Patienten f�hlen sich jedoch durchaus in der Lage, ihren �blichen Tagesablauf beizubehalten.

Es sollte nicht vergessen werden, dass der Arzt wei�, welche Nebenwirkungen durch das verwendete Chemotherapeutikum verursacht werden und was dagegen getan werden kann. Deshalb er�brigen sich die obigen Empfehlungen f�r die meisten Patienten.

     

 


< Zur�ck Weiter >